Samstag, 28. Dezember 2019

Der Küste entlang bis Nha Trang

Hoi An - Nha Trang (Vietnam)

Eine außerordentlich herzliche Gastgeberfamilie in Hoi An macht unseren Aufenthalt unvergesslich und zum Abschied werden wir noch reichlich mit „Katzenkaffee“ beschenkt.
Seit Hoi An folgen wir der Küste entlang in Richtung Süden der großen Autostraße 1A folgend. Wir sind positiv überrascht, es gibt selten viel Verkehr, lange Tunnels können wir problemlos über Passstrassen umfahren, damit wir auch nicht aus der Übung kommen den Berg hoch zu radeln.
Auch haben wir meistens eine Spur für uns, denn ganz rechts fahren nur Roller und Velos von denen es nicht viele gibt. Dennoch ist Vorsicht geboten- Getreide und Fisch trocknen, Räucherstäbchen produzieren, Essensstände betreiben, all das gehört ebenfalls auf die rechte Spur!


Südlich von Hoi An werden an vielen Küstenabschnitten große Resorts gebaut, oder mindestens dachte man mal solche zu erstellen. Viele Bauruinen zeugen wahrscheinlich von einst euphorischen Investoren.
Auch hier wird einem das Abfallproblem vor Augen und Nase geführt. Große Strandabschnitte sind „zu gemüllt“.
Später folgen wir der Empfehlung von Tu-My und radeln entlang einer kleinen Küstenstraße für gut 100km und sehen einige noch nicht touristische Dörfer und traumhafte Landschaften.


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Außerordentliche Gastfreundschaft überrascht uns. Wir machen Halt vor einem Laden. Es vergeht keine Minute, werden wir vom Ladenbesitzer eingeladen im Schatten in seinem Laden Platz zu
nehmen. Etwas zögerlich- denn sehr hungrig- kommen wir der netten Geste nach. Sofort holt er sein iPad und zeigt uns ganz stolz Fotos von seinen Velotouren und kommentiert ausführlich- in Vietnamesisch. Etwas später haben wir eine offerierte Glacé in der Hand! Unser Hunger ist noch nicht gestillt, aber wir sind total glücklich. Als wir unsere Velos wieder satteln, kommt die Besitzerin mit zwei Plastiktüten mit Getränken und taiwanesischem Kuchen - ein Geschenk auf den Weg.


Die Tage beginnen immer früher je weiter wir in den Süden kommen. Kurz vor 5 Uhr ist Tagwache damit wir vor der größten Hitze das Tagesziel erreichen. Die Stimmungen in den Dörfern am frühen Morgen sind wunderbar. Der Banh Mi (vietnamesische Sandwiches) Verkäufer ist schon in Arbeitslaune und die Kinder auch schon auf dem Weg zur Schule. Dennoch ist es etwas ruhiger in den frühen Morgenstunden- wir genießen‘s.
Wir fahren längere Etappen und gönnen uns dann wieder einen Ruhetag mit Ausschlafen - wenn‘s dann klappt. Heute um 6.19Uhr wurden wir aus dem Bett „geklopft“. Der beharrliche Receptionist
wollte uns doch unbedingt die frisch gewaschenen Kleider ins Zimmer bringen. Dass man um diese
Zeit noch schlafen kann - das konnte er sich wohl gar nicht vorstellen...
Nun geht‘s morgen wieder in die Berge. Eine weitere Königsetappe steht an, mit gut 90km und 2600Hm hoffen wir auf nicht zu viel Gegenwind und flotte Beine. Aber da wartet Chappi Mountain ein Holzhüttchen in der Kaffeeplantage...








Samstag, 21. Dezember 2019

Anekdoten von unterwegs …

Anekdoten von unterwegs...

„Phou“ so nennt sich DIE laotische Mahlzeit, eine Nudelsuppe mit dem drin was man eben grad hat. Meistens recht fein. Hungrig setzen wir uns an den Tisch mitten im Niemandsland in einer staubigen Strassenbeiz, zwei Meter neben uns rattern die Laster vorbei und wirbeln uns den Staub auf den Teller.
Der zuvorkommende Gastgeber bringt uns zwei Teller Phou (es gibt wie meistens keine Auswahl). Diesmal schwimmen aber diverse undefinierbare tierische Stücke - von schwammig, über blubberig bis knochenhart - in der Suppe. Bereits gekonnt fischen wir mit den Stäbchen diese Stücke diskret raus, verpacken sie in die Papierservietten und entsorgen sie heimlich in der bereitstehenden
Abfallkartonschachtel. Wir wollen den äußerst freundlichen Gastgeber nicht enttäuschen und die „besten Stücke“ im Teller zurück lassen.
Es dauert nicht lange, kommt der Haushund angeschlichen und schnappt sich eine Serviette nach der anderen raus, verteilt sie im ganzen Restaurant und macht sich vor den Augen des Gastgebers genüsslich hinter die Leckereien…

Funktionsweise der Lavabos …
Dreht man den Wasserhahn auf, werden die Füße nass. Das Abflussrohr endet auf halber Höhe und ergießt sich über den ganzen Boden. Meistens gibts in der Ecke des Badezimmers einen kleinen Abfluss, doch oft verstopft mit Haaren…

Bei schwülwarmen Temperaturen bestellen wir einen Fruchtshake - ohne Eis (wie immer um unsere Mägen zu schonen). Diesmal bekommen wir einen HEISSEN Ananas-Bananenshake...

Postkartenkauf in Hoi An...
Ich wollte eine Postkarte und eine Marke kaufen. Die Postkarte kostet 10000 VND und die Marken weisen einen Wert von 24000 VND auf. Die nette Frau will dann aber 50000 VND für alles zusammen. Ich frage nach, wieso sie mehr als die Summe will. „Taxes…“ ist die erste Antwort. Nach mehrmaligem Nachfragen, sagt sie: „I need to pay electricity for the last month and ATM…“
Aha, ich sollte also mithelfen ihre Stromrechnung zu bezahlen und der ATM gibt ihr wohl nichts mehr raus...fast hätte sie mich erwischt. Beim nächsten Shop kosten die Marken nur noch den aufgedruckten Wert.

Hoi An

Vinh - Hoi An (Vietnam)

Die eher trostlose Stadt Vinh hat kurz vor unserer Weiterreise noch Highlights geboten. Das Abendessen war super gut - Koreanischer BBQ und der Marktbesuch am Morgen war ein echtes Highlight. Kaum haben wir die ersten Stände mit den riesigen Fleischmengen (es waren jeweils halbe Kühe aufgehängt) bestaunt, hatte es sich schon rumgesprochen dass sich zwei Touristen auf den lokalen Markt verirrt haben.
Das hatten wir noch nie so erlebt; man wollte uns sofort Fleisch, am besten 10kg am Stück verkaufen,   Eier im Plastiksack, frische Nudeln, zusammengebundene Hühner, Tofu am Meter, und und und.
Die Froschverkäuferin posiert für ein Foto, welches sie natürlich sehen will und schwupps mein Telefon geht von einem Stand zum nächsten und ich hinterher - die Marktfrauen finden es genau so lustig wie wir. Sie sprechen ununterbrochen mit uns - in vietnamesisch...
Fündig werden wir erst in der Kleiderabteilung - die ersten Socken werden ersetzt. Wir üben uns im Verhandeln; zwei Paar für 90 Rappen, so das Endergebnis dafür nich japanische Qualität sondern
chinesische Billigware.
Von Vinh nehmen wir den Zug bis Hué um nicht auf der großen Autobahn fahren zu müssen. Hué ist sehr touristisch und wir bleiben nicht lange. Aber es ist kaum zu glauben mitten in der Stadt treffen wir zufällig Céline & Bernhard! Wir gehen gemeinsam Nachtessen und tauschen unsere Reiseerinnerungen aus. Welch ein Zufall!
Radelnd geht‘s weiter in den Süden über den Wolkenpass nach Da Nang. Hier treffen wir Uyen und genießen einen gemütlichen Abend mit ihr.
Die kurze aber extrem nasse Fahrt nach Hoi An gestaltet sich einfach, 35km dem Strand entlang. Aber es schüttet regelrecht und wir erreichen Hoi An total durchnässt aber glücklich.











Samstag, 14. Dezember 2019

Back to Vietnam

Vientiane (Laos) - Vinh (Vietnam)

Wir überbrücken eine öde Velostrecke mit dem lokalen  Bus, von Vientiane bis Vieng Kham, von wo wir den Weg in Richtung Vietnam einschlagen.
Spontan entscheiden wir uns  für einen Abstecher- 80km weg von der Hauptstrasse und wir sind mitten im Dschungel. Eine Wanderung und eine Kajaktour bringen Abwechslung in den Radleralltag und lassen unsere „Wädli“ entspannen. Wir genießen zwei Tage in einer stilvollen Unterkunft mit feinem Essen und guter Gesellschaft - Danke Arthur, see you in Alaska again :-)
Zwei anstrengende Tage bringen uns anschließend nach Vietnam zurück. Mit Gegenwind im Gesicht und den ersten Wolken seit Wochen, treten wir kräftig in die Pedalen und kommen nur langsam voran zum Cau Treo Pass. Auch die 20km lange Abfahrt ist kein „Zuckerschlecken“ - Schlaglöcher, Sand und Lastwagen bremsen uns aus.
Die wechselnden Strassenverhältnisse erstaunen uns immer wieder. Aus einer vierspurigen gut ausgebauten Asphaltstrasse wird innerhalb von 10m eine schmale Schotterpiste. Verunsichert kontrollieren wir immer wieder unsere Position auf Google Maps.











Sonntag, 8. Dezember 2019

Wir erreichen die Hauptstadt

Vang Vieng - Vientiane (Laos)

Schiffsbruch, bester Kaffee und leere Straßen nach Vientiane. Wir lassen Vang Vieng gerne hinter uns, der Billigsttourismus und das Partyklientel war nicht unser Ding. 
Im Reiseführer einfach beschrieben, in Realität eine große Herausforderung, war das „chartern“ eines Boots um den großen Stausee zu überqueren. 
Endlich auf dem Boot und draußen auf dem See, wurde der Motor immer leiser und leiser und verstummte schlussendlich ganz...mit Glück waren wir zwei Stunden später wieder am Ausgangspunkt ohne Boot und ohne Plan. 



Etliches Herumfragen mit Händen und Füßen führt uns in einen Luxusresort - mit einem privaten, fahrtüchtigen Boot welches uns für viele Dollars auf die andere Seeseite brachte. 
Erschöpft verspeisen wir Fisch und Reis, dies zu gutem Preis ;-)
Am nächsten Tag rollen wir entgegen unserer Erwartungen, auf leeren Straßen vorbei am Insektenmarkt nach Vientiane. Da haben wir unser „sun-downer Bierchen“ am Mekong verdient.





Durch die Berge von Nordlaos

Luang Prabang - Vang Vieng (Laos)

3 Tage, 235km, 5500 Hm und eine gigantische Aussicht. Das waren die letzten drei Tage durch die einsamen Bergdörfer im Norden Laos. Armut, Gelassenheit und Ruhe kennzeichnen die Bergdörfer, nebst der allgegenwärtigen Präsenz von „Power China“.
Einfache, dunkle Holzhütten, ein offenes Feuer vor dem Haus und einen Topf mit Wasser, der am Dorfbrunnen aufgefüllt wird, Hühner die überall herumhacken und Frauen die Kräuter oder Gemüse hacken - so sieht das Dorfleben aus, welches sich auf und neben der Straße abspielt.
Das Essen und die Unterkünfte sind sehr einfach.

Scharen von Kindern die uns einige Meter begleiten und ganz stolz ihre Englischkenntnisse vorführen. Ein Hund der gut 30km mit uns mit rennt.
Es ist schwierig zu wissen, was die Menschen wirklich von uns denken, da ein Dialog nicht zustande kommt. Dennoch sind alle sehr freundlich und winken uns zu.

















Sonntag, 1. Dezember 2019

Luang Prabang

Muang Ngoi Kao - Luang Prabang (Laos)

Unterschiedlicher hätte es nicht sein können - die letzte Nacht verbrachten wir im „ chinesischen Trucker  Rotlicht Milieu“ eher laut, schmutzig, viel Alkohol im Spiel und im Niemandsland in einem laotischen Bergdorf. Nur gerade ein Radlertag später genießen wir den Luxus eines Boutique Hotels, das seinem Namen wirklich gerecht wird. Die Gegensätze könnten nicht extremer sein.






Im Tal des Nam Ou werden überall Staudämme gebaut von „Power China“, einige Täler sind bereits geflutet und wir fahren bereits auf der neuen, noch nicht fertig gestellten Strasse von Norden her nach Luang Prabang. Da und dort sehen wir noch grüne Baumkronen aus dem Wasser ragen, eine Tempelspitze und das war´s dann auch schon.





Ein Chinese versucht uns nach unserer Meinung zu fragen - die Chinesen zerstören die Schönheit Laos - tippt er in Google Translator ein; wir entziehen uns der hochpolitischen Diskussion. Denn diese gestaltet sich schwierig; Konsumenten des Stroms sind unter anderem die westlichen Touristen, die Chinesen verkaufen den Strom und bauen Strassen, Staudämme etc. gleichzeitig sind die Laoten auf den Tourismus angewiesen. Angekommen in Luang Prabang fragen wir uns aber schon ob so viel Tourismus gut ist? Luang Prabang- das Disney World von Laos! Alles glänzt und glitzert und viele Läden und Restaurants werden von Franzosen betrieben.

Uns begeistert die kulinarische Vielfalt Laos, jedoch ist auch oft eine Portion scharfer Chili versteckt, zB. eingewickelt im Bananenblatt, mitten im sehr milden Eintopf oder sonst wo - auf jeden Fall kommt oft unerwartet feurig heiße Stimmung auf beim Essen ;-) Inzwischen habe ich aber auch begriffen „only a little bit spicy“ ist zu viel für uns!


Eine Gegenüberstellung unserer Beobachtungen Laos — Nordvietnam:
  • Tiere werden in Lastwagen transportiert — Tiere werden auf dem Mofa transportiert oft bereits gegrillt
  • Bestimmt keine Helmpflicht — alle tragen einen Helm
  • Sehr feines Essen mit viel Gemüse und einen Touch Thai — Reis, Reis oder Reis 
  • Normal hohe Stühle — kleine Plastikhocker verpassen einem die täglichen Dehnübungen
  • Ruhe — trubeliger Alltag startet frühmorgens 
  • Einer arbeitet und 5 schauen zu — 6 arbeiten wirklich hart
  • Sabadee — hello, what´s your name, nice to meet you. Money?
  • Schriftzeichen sind nicht zu identifizieren — einige Wörter konnten wir uns merken (Danke Tu-My)

Eines haben doch beide Länder gemeinsam- die Menschen sind extrem hilfsbereit und lieb auch wenn wir nicht mit ihnen sprechen können. Bereits mehrmals sind wir mit der Sprache einfach nicht weitergekommen und sowohl die Vietnamesen wie auch die Laoten nehmen es mit Humor und einem  Lachen. Es ist ja wirklich absurd, alle wollen das Gleiche nur keiner versteht der andere.
Auf den Straßen in den Bergen kommen Scharen von Kindern heran gerannt, wollen einge Meter mitfahren, rufen uns „Sabadee“ zu in Laos, „Hello“ in Vietnam und winken bis sie fast selbst in den Straßengraben fahren oder wir hinter der nächsten Kurve verschwinden.

Novizen rufen uns zu Tisch im Tempel und fragen ob sie mit uns Englischen üben dürfen. Wir schätzen den Austausch sehr und lernen viel über das Leben und die laotische Kultur.